Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Sonntag, 21. August 2016

TOP ODER FLOP


Zerreißprobe


Er schwört auf seinen Rettungsschirm,
der ihn vor Stress und Not bewahre,
und wähnt sich höchst stabil und firm -
belastbar all’ die Arbeitsjahre.

Sein Blut verliert das frische Rot,
vertraute Kraft lässt ihn alleine.
Im Sinkflug noch höhnt er den Tod
und zieht am Schirm – es reißt die Leine.


© Faro V.

Montag, 15. August 2016

SINNE



Kondensiert




Der Duft nach deinem Bade
legt Spuren auf das Tuch der Nacht
und kondensiert zu Sternen
am Himmel meiner Sinne.


© Faro V. 
15.8.2016

Mittwoch, 3. August 2016

ZEITGESCHENK



Diametral




Zwei Menschen – entblößt auf das Leinen gemalt ­–
mit Blicken, die diametral  sich verschenken,
und Fasern – im Lichte des Halbmonds bestrahlt,
von Augen verschlungen ­– verneinend das Denken.

Zwei Beine ersuchen im Strecken Kontakt,
zwei Hände erfühlen entfaltete Bahnen.
Die Spitzen der Finger eröffnen den Akt –
das Schweigen des Vorhangs lässt ’s Schauspiel erahnen...


                                                                           © Faro V.

Samstag, 30. Juli 2016

STREIFLICHT

Am Geländer
 
 
Du lehnst am Geländer – den Blick Richtung Meer
und saugst diesen Abend ins Tief deiner Lungen.
Du schließt deine Augen und flüsterst: „Komm’ her!“.
Dein Wunsch klingt in mir wie vom Winde gesungen.
 
Sein Spiel mit den Haaren entblößt deinen Hals,
den längs zarter Spur meine Lippen beschwören.
Sie schmecken die Vielfalt von Süße bis Salz
und spür’n wie die Poren sich daran betören.
 
Du lehnst dich zurück, formst das Kann nun zum Muss:
Dein Leib reibt und wiegt sich an meinem Verlangen,
zwei hungrige Münder verschmelzen zum Kuss
und Hände befrei’n was im Stoff noch gefangen.
 
Da streift uns der Lichtstrahl des Leuchtturms vom Strand
und weist uns den Weg in das Dunkel des Raumes.
Er wirft dort als Schatten ein Bild an die Wand:
ein Paar am Geländer – Beginn eines Traumes.
 
 
© Faro V. aus "Streiflicht - Erotische Gedichte"
 

Mittwoch, 20. Juli 2016

VOLLMOND


Schau!



Schau dir heute diesen Mond an,
welches Bild er an den Himmel strahlt!
Dessen Zauber dich belohnt – dann,
wenn du sehen kannst, was er dir malt.

Suche heut’ in seiner Fülle,
welches Wort so einzigartig bleibt!
Schäle es aus seiner Hülle,
wenn du lesen kannst, was er dir schreibt.

Lausche heute seiner Stille,
welcher schnöde Lärm in ihm verstummt!
Leis’ sein Ton zum Lied der Grille,
wenn du hören kannst, was er dir summt.

Schau dir heute diesen Mond an,
welche Macht er ausübt über mich!
An Gedanken innewohnt dann
in mir was nur er weiß über dich.


©
Faro V.
19.7.2016


Dienstag, 5. Juli 2016

KOMM!


Erfüllung


Ausgeliefert deiner Haut
wollen meine Wünsche bluten
bis dein Himmel ihnen blaut,
um erfüllend sie zu fluten.


© Faro V.
27.4.2016

Mittwoch, 25. Mai 2016

ENTBLÖßT

Rote Hülle


Du bist dem Bade just entstiegen
und hüllst dich in ein rotes Tuch,
zeigst dich verschlossen mir, verschwiegen –
gleich einem ungeles’nen Buch.

Ich mag in deinen Seiten blättern
und darin deine Wünsche seh’n –
 
dabei in deine Träume klettern,
um deinen Himmel zu verstehen.

Du öffnest dich – die rote Hülle
entblößt vor mir den zarten Kern,
der tropfenschön mit seiner Fülle
erstrahlt als unsrer Liebe Stern.


© Text und Bild
Faro V.
25.5.2016