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Sonntag, 19. Februar 2017

EROTISCHE KURZGESCHICHTE - EIN VERSUCH


Ein Buch tanzt aus der Reihe



Peng! Mein neuer Eigentümer knallt mich mit einer hastigen Bewegung auf die Ablage am Zugfenster, als sich die Abteiltür öffnet und die Frage „Ist hier noch ein Platz frei?“ ihm ein stummes, nicht gerade einladendes Nicken entlockt. Aber warum hat ER mich gerade auf meine vordere Deckelseite gepfeffert? Noch vor einer halben Stunde hat ER mich aus dem Drehständer des Bahnhof-Buchladens befreit, nachdem ER mich zwar schnell – aber auch fast liebevoll – durchgeblättert hatte. Hatte ER einige Schlüsselworte entdeckt? War es mein Titel? Oder waren es die Pressestimmen auf meiner Rückseite, die mich als den erotischen Roman des (schon etwas länger zurückliegenden) Jahres priesen? Auf jeden Fall hat ER mich mit auf seine Geschäftsreise genommen. Ja – ER sieht genau so aus, wie sich jedes Buch einen Geschäftsreisenden vorstellt. Dazu aber später mehr. Jetzt hat ER mich erst einmal auf das Ablagebrett am Zugfenster verbannt – wohl aus Verlegenheit angesichts des neuen Fahrgastes.

Jetzt sind wir also zu dritt: ER – der Geschäftsmann – ICH – ein vernachlässigter Roman – und SIE, die sich mit den Worten „Das ist aber nett!“ bedankt, ohne zu vergessen, ihre Mundwinkel zu einem begrüßenden Lächeln zu formen. SIE ist Ärztin, die zu einem Kongress fährt. Woher ich das weiß? Tja, das hat mit mir selbst zu tun. Ich kenne mich mit Menschen im Zug aus – vor allem mit IHR. SIE wuchtet mit einem das-kann-ich-ganz-alleine-Blick ihren mittelgroßen, schwarzen Koffer in das Gepäcknetz direkt gegenüber seinem Sitzplatz, während ER diese Sekunden dazu benutzt, SIE unbeobachtet zu scannen: Vom rötlichen Kurzhaarschnitt – kein natürliches Rot – über das elegante Schwarz ihres City-Kostüms bis hin zu den strumpflos langen Beinen, deren Füße von den hauchdünnen Riemchen schwarzer Lederschuhe umspannt werden. Ich bemerke, dass ER ein wenig zu auffällig seinen Blick auf die am Fenster vorbeifliegende Landschaft lenkt, als SIE sich selbstzufrieden in ihren Sitz sinken lässt. Auch SIE unterzieht ihr Gegenüber einem kurzen Augen-Check, während SIE die oben leicht gelöste Krawatte fixiert: Geschäftsmann, verheiratet, zwei Kinder, etwas widerwillig auf Dienstreise – längere Zeit ohne Sex...Gut, dass ein Buch manchmal auch selbst lesen kann –  Gedanken lesen kann. Ihr Blick verlässt das Krawattenende und wendet sich mir zu. Ich spüre ganz genau, dass SIE das Kleingedruckte auf meiner oben liegenden Rückseite entziffern möchte. Doch so sehr SIE sich auch anstrengt, mein Innenleben bleibt ihr verborgen und die Neugierde in ihrem Gesichtsausdruck zurück.

Offensichtlich habe ich SIE auf eine Idee gebracht, denn SIE greift in ihre passend zur Kleidung schwarze Lederhandtasche und holt ein schlankes Brillenetui und ein dickes Buch heraus. „ Neue Fallstudien zur psychisch bedingten Frigidität und Impotenz“ kann ich lesen – wie gesagt – ich kann ja lesen. Wie recht ich hatte! Eine Ärztin.  SIE setzt sich ihre elegante Brille mit dünnem, schwarzem Rand auf, greift  einen der unzähligen, verschiedenfarbigen Klebezettel und vertieft sich offensichtlich an dieser Stelle in ihr Buch – jedenfalls blättert SIE im 3-Minuten-Takt zu einer neuen Seite um. ER hat schon längst aus seinen Augenwinkel den Titel ihre Lektüre erspäht, bevor ER seinen Kopf seitlich an die Nackenstütze seines Sitzes lehnt und mit geschlossenen Augen eindöst, vielleicht aber auch nur so tut als ob. Außer seinen ruhiger werdenden Atemzügen, ihrem Umblättern und dem monotonen Tam-Tam der Schienen unter mir herrscht Stille im Abteil. Eine irgendwie gespannte Stille oder stille Spannung. Ich empfinde fast ein Knistern, auch wenn es vielleicht nur daran liegt, dass ich durch die kaum spürbaren Vibrationen des Zuges Millimeter um Millimeter auf meinem Ablagebrett Richtung Abgrund rutsche... Peng! Zum zweitenmal innerhalb von einer halben Stunde! Ich bin mit einem eineinhalbfachen Salto auf den Boden geknallt, so dass meine Titelseite nun nach oben zeigt, während ich hier unten liege. Der Aufprall hat Leben ins Abteil gebracht. Hände mit rotlackierten Fingernägeln heben mich auf. Grünblaue Augen hinter Brillengläsern betrachten das Bild auf meinem Umschlag und ein lippenstiftgeröteter Mund spricht leise meinen Titel „Die Fremde im Zug“ aus. Mit einem vieldeutigen „So, so“ hält SIE mich meinem Eigentümer entgegen, den ich mit meinem Aufprall aus seinem Schläfchen aufgeschreckt habe. Mit einem kurzen „Danke“ legt er mich nun direkt neben sich auf den Sitz. Zweimal wechselt sein Blick von mir zu seinem Gegenüber. Vor ihm sitzt zwillingsgleich mein Titelbild – nur dass meins von den Füßen unten bis zum roten Gürtel des Kostümrocks recht, so dass das Gesicht nicht zu sehen ist. Das Bild muss ja zu meinem Titel passen! Habe ich euch schon erzählt, dass alle Rot-Töne von IHR – auch die neugierig aus den Riemchenschuhen spähenden lackierten Fußnägel – harmonisch zueinander passen? Schwarz und Rot, ein sinnliches Farbenspiel! Mag es Zufall  oder Absicht sein – SIE bringt ihre langen, schlanken Beine genau in die Position wie die „Fremde“ auf meiner Umschlagseite. SIE rutscht dazu mit dem Po unauffällig so hin und her, dass ihr Rock kaum merklich etwas höher entlang ihrer Schenkel wandert, schlägt das linke Bein über das rechte und bietet so ihrem Gegenüber den freien Blick auf die Unterseite ihres linken Oberschenkels, wo eigentlich der Rand ihres Slips zu sehen sein müsste.

„Ihre Lektüre scheint interessanter als meine zu sein“, startet SIE den Versuch einer Unterhaltung. ER schaut wieder aus dem Zugfenster und entgegnet knapp:“ Noch nicht gelesen!“, ohne den Blick auf SIE zu richten. Ich hätte ihr gerne von meinem Inhalt erzählt – schaut SIE mich doch noch immer ziemlich neugierig an. Stille kehrt wieder ein. So höre ich wieder ganz deutlich, dass SIE die nächste Seite in ihrem dicken Buch umblättert. SIE schaut zur Decke, scheint nachzudenken und stellt ohne Vorwarnung und eher zu sich selbst die Frage in den Raum: „Wissen Männer was und wo der G-Punkt einer Frau ist?“ SIE ist selbst überrascht, ihre Worte so laut zu hören, aber peinlich scheint es ihr nicht zu sein. „Wissen Sie es?“. Jetzt hat SIE auf IHN gezielt und... voll getroffen. Ich muss in meine Seiten hineinlächeln und frage mich, ob SIE natürlich und offen oder frech und dreist ist. Der Getroffene kann jedenfalls nur ein „Ja..nein..ich... ähhm...ja nein..“ stammeln. ER springt auf und drängt sich mit den Worten „Entschuldigung, ich muss mal zur Toilette“ an IHR vorbei durch die Abteiltür auf den Flur hinaus. Der Windzug, den die hastig  geschlossene Schiebetür hinterlässt, hebt meinen Deckel für einen kurzen Augenblick. SIE versteht das wohl als Wink, packt mich und lässt ihre Augen hinter den Brillengläsern über meinen Klappentext eilen: „... die Fremde im Zug führt die Unterhaltung, entführt ihn in den Speisewagen, verführt ihn schließlich zu einem Tanz der Sinneslüste...“. Ich muss diese Worte auf meinem Innendeckel schon richtig festhalten, sonst hätte SIE sie in sich hineingelesen. „Ein schönes Drehbuch,“ flüstert SIE, streichelt mit ihren langen Fingern weich über mich, als wollte SIE sagen „gutes Buch“ und legt mich zurück auf meinen Platz auf dem Sitzpolster.


SIE setzt ihre Lektüre mehr scheinbar als wirklich fort, als ER schließlich stumm und fast vorsichtig wieder das Abteil betritt. SIE nickt IHM mit einem nur angedeuteten Lächeln distanzvoll zu und liest weiter. Über den Buchrand hinweg registriert SIE, dass ER – wohl froh darüber, nicht sprechen zu müssen – mich in beide Hände nimmt, um meinen Klappentext zu studieren. Ich kann IHM ja direkt in die Augen schauen und entdecke dort ein neugieriges Aufblitzen, das nur einen Wimpernschlag anhält. Aber was macht ER denn nun? ER blättert mich ja nur durch – zunächst scheinbar ziellos – bis ER auf meiner Seite mit dem Zwischentitel „Der Tanz beginnt“ anhält. Ich könnte euch ja berichten, was ich in diesem Kapitel erzähle. Aber dann bleiben zu viele Exemplare meiner Auflage in den Regalen der Buchhandlungen liegen, weil ihr schon alles wisst. ER scheint es sich nun anders überlegt zu haben. ER blättert zu meiner Anfangsseite zurück, lehnt sich gemütlich in seinen Sitz und versinkt in meinen Text, der IHN packt und nicht mehr loslässt.

„Ich glaube, dass wir beide eine Lesepause verdient haben.“ Ich schaue über den Buchrand hinweg in Richtung der gesprochenen Worte und direkt in ein freundliches Lächeln hinein. Bevor ich antworten kann, fügt sie hinzu: „Kommen Sie, ich lade Sie in den Speisewagen ein. Ich habe ja noch etwas gutzumachen .. von wegen meinem Überfall mit der G-Punkt-Frage vorhin.“ Sie steht auf, schiebt die Abteiltür auf und tritt mit einem auffordernden Blick in den Flur. Ich stehe wortlos auf und folge ihr in einer Art Automatismus, der von einem inneren Ich-muss-Gefühl gespeist wird. Der Speisewagen ist leer. Nur ein Kellner lungert sichtlich gelangweilt an der schmalen Theke. Ich finde meine Worte wieder:“ Ich trinke nur eine Tasse Kaffee.“ „Und ich habe Lust auf was Süßes!“ flötet sie zurück und steuert auf einen Zweiertisch zu, an dem wir auf gegenüberliegenden Stühlen Platz nehmen. Der Ober hat wohl mitgehört, bringt er doch eine Tasse mittelmäßig duftenden Kaffees und die Dessert-Karte. Während er auf die Bestellung wartet, tastet er die Schönheit meiner Tischnachbarin unverblümt mit distanzlos glotzenden Augen ab. „Eine Portion Erdbeeren mit viel Sahne bitte!“ wählt sie, ohne in die Karte zu schauen und ohne den Blick von mir abzuwenden. Ihre Augen fixieren meine, als wollte sie auf ihnen die Reaktion auf ihre Worte ablesen. „Ich finde Sie sehr nett – nein – ich finde Sie sympathisch – mehr – ich finde sie attraktiv – kurzum – ich finde Sie anziehend!“ Ich halte dem Blick stand, obwohl meine rechte Hand, die gerade mit der Kaffeetasse  unterwegs zu meinem Mund ist, schon ins Trudeln gerät, als sie ihre Hand ausstreckt und sie auf meine linke legt. Ich trinke einen kräftigen Schluck und spüre deutlich die kleinen Funken, die ihre warme und weiche Haut auf meine überspringen lässt. Ich finde Gefallen an ihrer direkten Art, umfasse die mir dargebotene Hand und erwidere lächelnd ihren Augen-Blick. Sie hat sehr schöne Augen. Meinen Mund hat noch kein weiteres Wort verlassen, als schließlich die Erdbeeren gebracht werden. Sie zieht ihre Hand zurück, um den Löffel zu fassen und streckt dafür ihr rechtes Bein weit unter dem Tisch aus. Ich höre das Geräusch eines fallenden Schuhs und spüre das Streicheln ihres Fußes an meinem Bein entlang – hoch und runter – rechts und links. Sie lässt dabei genüsslich Erdbeere um Erdbeere in ihren halboffenen Mund verschwinden. Ich vergesse meinen Kaffee, bin nur noch fasziniert, wie erotisch diese Frau speisen kann. „Von wegen G-Punkt...“ Sie leckt sich aufreizend mit ihrer Zungenspitze die Sahne von ihren vollen Lippen. „...ist es genau so wie...“ Sie unterbricht ihren Satz und platziert ihren Fußrücken zentral in meinem Schritt. „ Ich verstehe!“ Mein Herz klopft. Sie tastet mit den Zehen jeden Millimeter ab. Ich drücke ihr meine Härte und Lust entgegen. Sie schaut rüber zum Kellner, der wieder gelangweilt aus dem Zugfenster blickt. Was hat sie vor? Sie beißt eine Erdbeere der Länge nach durch und hält mir eine Hälfte vor die Augen. „Sieh dir sie genau an, wie saftig sie ist. Genauso schaut es bei mir aus. Beiß rein und genieße. Jetzt hier – später dort.“ Sie lächelt mich vielsagend an und lässt ihre rechte Hand hinter der mir abgewandten Tischkante sinken. Stoff raschelt leise. Sie haucht mir ein tief geseufztes „Jaaa..hier...“ entgegen. Ich lasse das rote Fruchtfleisch der angebotenen Erdbeere meine Zunge verwöhnen. Mein Herzschlag lässt meine Schläfen fühlbar pulsieren, als ich mir ausmale, was sie gerade unter dem Tisch genießt. „ Hier ist er!“ Ihr Atem geht schneller und sie fügt hinzu, als ich sie fragend anblicke: „ Mein Geee-Punkt...!“ Mir steigt eine unsägliche Hitze in den Kopf. Mein Schwanz pocht unter ihrem weiterhin kreisend reibenden Fuß. Ich will ihr etwas Schönes sagen, aber meine Stimme versagt. Sie fixiert mich mit ihren lustvoll strahlenden Augen, zieht ihre Hand aus ihrem Versteck hervor, holt sich einen Klecks Sahne auf die Zeigefingerspitze und schleckt sie genüsslich ab. „ Ich habe in deinem Buch geblättert... Tanz der Sinneslüste... komm lass uns gehen“, und in Richtung Kellner gewandt: „ Herr Ober, bitte zahlen! Alles zusammen!“ Während sie mit dem Kellner abrechnet, nutze ich die Zeit, die Beule in meiner Hose so in Form zu bringen, dass sie dem fremden Betrachter nicht direkt ins Auge sticht. Sie ergreift mich bei der Hand und zieht mich mit schnellen Schritten aus dem Speisewagen. Der Kellner grinst uns dumm hinterher. Aber ich habe nur noch Augen für sie. Ich stolpere fast auf dem Weg zu unserem Abteil, in das sie mich durch die aufgeschobene Tür regelrecht stößt. Schnell zieht sie mit einem Ruck die Vorhänge an der gläsernen Seite zum Gang zu, streift geschickt ihren roten Ledergürtel aus ihrem Rock und bindet mit ihm den Griff der Abteiltür fest an die Armlehne des nächstgelegenen Sitzes. Ich stehe etwas unschlüssig zwischen den Sitzen – weiß nicht, ob ich staunen, protestieren oder aktiv werden soll. Sie nimmt mir die Entscheidung ab, indem sie beide Arme um mich schlingt und mein Gesicht mit zärtlichen und zugleich fordernden Küssen übersät. Unsere Lippen finden sich, öffnen sich und lassen unsere Zungenspitzen miteinander tanzen. Sie drückt ihren Körper noch näher und fester an mich. Ich umfasse ihren Hüften, deren Hin – und Herwiegen mich zum Tanz einladen. Sie nestelt in ihrer Jackentasche, ohne ihre Bewegung zu unterbrechen und zaubert einen MP3-Player hervor. Sie stöpselt je einen Kopfhörer in ihr und mein Ohr, startet die Musik und summt die gehörte Melodie von „Nights in white satin“ mir zärtlich in mein freies Ohr. Ich drücke sie fester an mich und spüre einen Gänsehautschauer auf meinem Rücken von oben nach unten und wieder zurück laufen, als sie – an meinem Ohrläppchen knabbernd – mich zärtlich über Hals, Rücken und Po streichelt. Ich lasse meine Hand an ihren Hüften hinab über ihre Oberschenkel gleiten – das Lied spielt gerade „..never reaching the end...“ – und meine Finger verschwinden unter ihrem Rock. Als sie auf dem Weg nach oben vergeblich den Rand eines Slips suchen, ergreift sie meine Hand und führt sie in das Zentrum zwischen ihren tanzenden Schenkeln. Mir schießt das Blut in den Kopf, so wie es sich schon eine zeitlang in meinem Slip zur erregten Härte gesammelt hat. „ Such’ und finde ihn...meinen G-Pu...geilen Punkt!“  Auch ohne diese Einladung hätte mein Mittelfinger das getan, was er jetzt macht. Ich teile sanft ihre Schamlippen, die sich warm und feucht öffnen. Meine Fingerspitze gleitet Millimeter für Millimeter langsam in ihr nasses Paradies seinem Ziel entgegen, dessen Erreichen sie mit einem seufzend stöhnenden „Jaaaa“ bestätigt. Sie bewegt ihr Becken dabei so geschickt, dass meine Fingerspitze genau die von ihr gewünschte Stelle lustvoll massiert. Auch ich stöhne auf. Sie schiebt ihre Hand geschickt in meinen Hosenbund, überwältigt den Rand meines Slips und stülpt sie über meinen hart aufgerichteten Schwanz...Moody Blues stimmt zu drittenmal „Nights in white satin“ an...Unsere Hände massieren wilder, unsere Lippen saugen und lecken, unsere Stimmen seufzen und stöhnen... der Raum scheint um uns herum zu tanzen. Unsere Atemzüge werden schneller, gleichen sich dem Takt der unter unseren tanzenden Körpern dahinrasenden Schienen an. „ Lass’ uns kommen!“ Ihre Stimme zittert. „Aber so...!“ Sie schubst mich auf den mittleren Sitz, öffnet den Reißverschluss meiner gespannten Hose, befreit deren heißen, zuckenden Inhalt und versenkt ihn rittlings in ihre hungrige Muschel. Sie hat mir den Rücken zugewandt und ich unterstütze, mit beiden Händen fest an ihre Hüften fassend, ihr schnelles und wildes Auf und Ab. Unsere Lust treibt uns voran. Das schmatzende Geräusch des Rein und Raus heizt mich weiter an. Ich reiße ihre Bluse auf ... ihren BH, um ihre wild tanzenden Brüste zu massieren. Ich streichele dabei gleichzeitig ihre Brustwarzen durch sanftes Drücken zwischen den Fingerlücken. Obwohl es dunkel ist, erblicke ich das Bild unserer rasenden Körper schemenhaft im Spiegel an der gegenüberliegenden Abteilwand.. „Gleich...!“ Ihre Stimme keucht ..ihr Atem geht stoßweise... sie ergreift meine Hand, drückt sie flach auf ihren erregten Kitzler und wirft mit einem letzten festen Stoß ihren Kopf wild in den Nacken...ich spüre das rhythmische Zusammenziehen ihrer Liebesmuskeln ...mein warmer Strom schießt in sie.. und lässt meinen Höhepunkt gleich ihrem hinterher folgen. Wir umklammern uns fest, sinken ineinander und atmen tief und langsam unsere Luft und Lust aus.... Ich lausche unseren langsamer pochenden Herzschlägen. Der Tanz ist getanzt!

„In wenigen Minuten erreichen wir den Münchner Hauptbahnhof..“. Die  Lautsprecherstimme weckt IHN aus seinem Schlaf. Fast wäre ich wieder runtergefallen. Doch SEINE Hand hat mich auch im Schlaf nicht ganz losgelassen. ER schaut sich etwas ungläubig und verwirrt im Abteil um. Es ist leer. Dann blickt ER auf mich, schlägt meine letzte Seite auf, in der sein Daumen noch steckt und liest dort halblaut: „Der Tanz ist getanzt!“ ER lächelt in sich. Als ER auf seine Uhr blickend zwei Minuten später das Abteil verlässt, nimmt ER mich nicht mit, sondern legt mich auf das Ablagebrett. Ich schaue IHM von dort aus hinterher und frage mich, ob ER wohl den hin und her schwingenden roten Ledergürtel am Griff der Abteiltür gesehen hat?


copyright
Faro V.

Samstag, 4. Februar 2017

WORTE SIND TATEN


Wenn Worte


Wenn Worte mehr als Worte sind,
weil sie mich wie von Hand berühren,
dann höre ich darin den Wind
und kann der Sonne Wärme spüren.

Wenn Worte mich im Kern erfassen
und Bilder vor den Augen türmen,
kann ich nicht mehr von ihnen lassen
und folge süchtig ihren Stürmen.

Wenn Worte zum Orkan anschwellen
und meinen Leib in Höhen reißen,
dann stürze ich ins Tief der Wellen,
die mir das Schlusswort will verheißen.


© Faro V.
1.2.2017

P.S. Auf ein erotisches Gedicht müssen Leser(in) und Autor(in) sich “einfach” einlassen, wenn es denn erotisch sein soll :-)

Samstag, 31. Dezember 2016

AUCH SILVESTER

Silvesternackt


Ein Tröpfchen Sekt
am besten schmeckt
aus Nabels Senke.
Was ich mir denke?
– Schon aufgeleckt!

Du hast entdeckt,
dass es dich neckt?
Nun willst du weit’re
prickelnd heit’re?
– Das war bezweckt!

Was sich dort reckt,
entgegenstreckt
im Nabelsüden
dem Mund – nie müden?
– Das? Bleibt versteckt!


© Faro V. aus

https://www.amazon.de/Streiflicht-Erotische-Gedichte-Faro-V/dp/3732377326

Montag, 12. Dezember 2016

PSSST FRAU FÜR SICH


Die Badende


Im Badewasser eingebettet
schließt sie die Augen und den Tag.
Sie hat sich in ihr Reich gerettet
und weiß was sie vom Abend mag.

Vom Kreisen ihrer Fingerspitzen
errötet scheu das Knospenbraun.
Den Nervenenden, die dort schwitzen,
kann sie sich träumend anvertrau’n.

Gedanken wollen Szenen formen –
zur Leinwand spannt sich ihre Haut.
Sie führt Regie abseits der Normen
bis letztes Eis zu Tropfen taut.

Sie öffnet sich dem Hauptdarsteller,
den sie in ihre Tiefen führt.
Die Bilder stürmen – schnell – noch schneller
bis das Finale sie berührt.

Dem Badewasserbett entstiegen –
ruft aus dem Dunst der Spiegel: „Schau!
Bezeugen will ich – doch verschwiegen,
dass ich dich sah als ganze Frau.“


copyright Faro V.

Freitag, 25. November 2016

ROT



Hinter rotem Tuch


Du trittst mir heute Nacht entgegen
und trägst nur einen Hauch von Kleid.
Dein Körper lässt mich Wünsche hegen
im Zauber solcher Augenweid’.

Dein Antlitz doch hältst du verborgen
im Schatten eines roten Tuchs,
als sollten mich noch Zweifel sorgen
ob deines nächtlichen Besuchs.

Ich strecke wollend meine Hände
und greif’ nach deines Kleides Saum –
da wachsen unsichtbare Wände 
und schließen dich in ihren Raum.

Aus rotem Tuch sind leis’ zu hören 
die Worte, die du mir noch schenkst, 
eh’ sie dein Gehen stumm beschwören: 
„Ich bin nicht die, die du dir denkst ...“

copyright Faro V

Sonntag, 20. November 2016

AUS DER REIHE "SYMPATHIE"


Sympathie (1)



Vordergründig seichtes Wort,
Maskenlächeln, Umgangsformen,
regelfeste Alltagsnormen,
Wohlgefallen immerfort –
hochpräsent an jedem Ort.

Innerlich doch abgrundtief,
unverbindlich – ichbezogen,
Krummes für sich grad’ gebogen,
suhlend sich im eignen Mief –
Selbstwahrnehmung furchtbar schief.

Traust du solchen Geistern nie?
Sind dies für dich dumpfe Welten?
Ist’ s an Menschen, die dir gelten,
immer erst das Wer statt ’s Wie?
Ja? – Dann gilt dir Sympathie.


© Faro V.

Donnerstag, 3. November 2016

ABHEBEN



Höhenflug






Du ruhst noch schlafend auf dem Laken,
das nächtens nah du mit mir teilst.
Dein sinnlich’ Lächeln lässt mich wagen,
mit Streicheln deine Haut zu fragen,
in welchem Traummoment du weilst.

Dein Lippenschön kann es nicht sagen,

dein Seufzen will mir Antwort sein.
Du räkelst dich voll Wohlbehagen
und wo noch eben Zweifel lagen
entblößt sich mir dein nacktes Sein.

Du lässt dich in die Lüfte tragen
von meiner Hände Tun und Kraft
zu Gipfeln, die in Höhen ragen
wohin sich nur Vertraute wagen

im Rausch von Lust und Leidenschaft.
 

Du ruhst schon wach auf deinem Laken,
das dich durch deine Traumzeit trug,
als mir dein Mund auf meine Fragen
mit einem innig’ Kuss will sagen:
Ich träumte uns im Höhenflug.

 
© Faro V.
2.11.2016