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Freitag, 25. November 2016

ROT



Hinter rotem Tuch


Du trittst mir heute Nacht entgegen
und trägst nur einen Hauch von Kleid.
Dein Körper lässt mich Wünsche hegen
im Zauber solcher Augenweid’.

Dein Antlitz doch hältst du verborgen
im Schatten eines roten Tuchs,
als sollten mich noch Zweifel sorgen
ob deines nächtlichen Besuchs.

Ich strecke wollend meine Hände
und greif’ nach deines Kleides Saum –
da wachsen unsichtbare Wände 
und schließen dich in ihren Raum.

Aus rotem Tuch sind leis’ zu hören 
die Worte, die du mir noch schenkst, 
eh’ sie dein Gehen stumm beschwören: 
„Ich bin nicht die, die du dir denkst ...“

copyright Faro V

Sonntag, 20. November 2016

AUS DER REIHE "SYMPATHIE"


Sympathie (1)



Vordergründig seichtes Wort,
Maskenlächeln, Umgangsformen,
regelfeste Alltagsnormen,
Wohlgefallen immerfort –
hochpräsent an jedem Ort.

Innerlich doch abgrundtief,
unverbindlich – ichbezogen,
Krummes für sich grad’ gebogen,
suhlend sich im eignen Mief –
Selbstwahrnehmung furchtbar schief.

Traust du solchen Geistern nie?
Sind dies für dich dumpfe Welten?
Ist’ s an Menschen, die dir gelten,
immer erst das Wer statt ’s Wie?
Ja? – Dann gilt dir Sympathie.


© Faro V.

Donnerstag, 3. November 2016

ABHEBEN



Höhenflug






Du ruhst noch schlafend auf dem Laken,
das nächtens nah du mit mir teilst.
Dein sinnlich’ Lächeln lässt mich wagen,
mit Streicheln deine Haut zu fragen,
in welchem Traummoment du weilst.

Dein Lippenschön kann es nicht sagen,

dein Seufzen will mir Antwort sein.
Du räkelst dich voll Wohlbehagen
und wo noch eben Zweifel lagen
entblößt sich mir dein nacktes Sein.

Du lässt dich in die Lüfte tragen
von meiner Hände Tun und Kraft
zu Gipfeln, die in Höhen ragen
wohin sich nur Vertraute wagen

im Rausch von Lust und Leidenschaft.
 

Du ruhst schon wach auf deinem Laken,
das dich durch deine Traumzeit trug,
als mir dein Mund auf meine Fragen
mit einem innig’ Kuss will sagen:
Ich träumte uns im Höhenflug.

 
© Faro V.
2.11.2016

Donnerstag, 27. Oktober 2016

WORTSPIELEREIEN


RätselhaftER


Ich reiche dir am Abendtisch
ein schwarzes Päckchen klitzeklein.
Du lächelst dankbar und fragst mich:
„Was wird denn wohl da drinnen sein?“

„Das werde ich dir doch nicht sagen,
nur ein paar Hilfen geb’ ich dir.
Ich weiß, du wirst ihn gerne tragen
und –  ER an dir –  gefällt auch mir.
Zur Hälfte schmal, zur Hälfte breit

trägt vorn’ ER ein paar Glitzersteine.
ER sitzt perfekt, wenn nicht zu weit
und ob ER passt, spürst du alleine.
Das Letzte, das ich dir verrat’
ist, dass ER liebt die Haut der Frauen
längs deren ihm vertrauten Naht. –
Jetzt rate und dann darfst du schauen.“

„Genug, genug – hab’ ihn erkannt.
Mein liebster Schatz, Dank für den Ring!“


Die Schachtel auf, fasst deine  Hand
den roten Hauch von einem ...


Faro V.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

GENUSSSSSS



Fruchtfleisch


Wenn meine Fingerspitzen dort verweilen,
wo sie dein Wünschen selbst hat hingeführt,
dann reift die Zeit für uns, die Frucht zu teilen
mit allem Feinstgefühl, dass ihr gebührt.

Mit zartem Streich auf ihrer prallen Fülle
– entlang der Furche der verborgnen Naht –
zerfällt errötend ihre Schalenhülle
ins Hälftenpaar, das Fruchtfleisch offenbart.

Uns will die tropfenschwere Süße schmecken,
die du aus jeder Zelle fließen lässt.
Das Fleisch zu fressen und den Saft zu lecken
ist unser beider Vollgenuss und Fest.

 
©
Faro V.

Samstag, 1. Oktober 2016

EIN PHÄNOMEN


Goldrausch






Der Horizont steht hell in Flammen
und bannt mein Auge mit Visionen:
Das Feuer muss aus Quellen stammen
geheimnisvoller Explosionen.

Ich spür’ mich magisch angezogen
von tausend dort gestellter Fragen.
Mir zeigt sich der Moment gewogen,
mich näher ans Gescheh’n zu wagen.

Mein Blick in die entdeckten Tiefen

entledigt ’s  Rätsel seiner Fessel:
Es sind nicht Flammen, die mich riefen –
das pure Gold kocht heiß im Kessel.





© Faro V.
30.9.2016


 





EIN PHÄNOMEN


Goldrausch






Der Horizont steht hell in Flammen
und bannt mein Auge mit Visionen:
Das Feuer muss aus Quellen stammen
geheimnisvoller Explosionen.

Ich spür’ mich magisch angezogen
von tausend dort gestellter Fragen.
Mir zeigt sich der Moment gewogen,
mich näher ans Gescheh’n zu wagen.

Mein Blick in die entdeckten Tiefen

entledigt ’s  Rätsel seiner Fessel:
Es sind nicht Flammen, die mich riefen –
das pure Gold kocht heiß im Kessel.





© Faro V.
30.9.2016