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Samstag, 31. Dezember 2016

AUCH SILVESTER

Silvesternackt


Ein Tröpfchen Sekt
am besten schmeckt
aus Nabels Senke.
Was ich mir denke?
– Schon aufgeleckt!

Du hast entdeckt,
dass es dich neckt?
Nun willst du weit’re
prickelnd heit’re?
– Das war bezweckt!

Was sich dort reckt,
entgegenstreckt
im Nabelsüden
dem Mund – nie müden?
– Das? Bleibt versteckt!


© Faro V. aus

https://www.amazon.de/Streiflicht-Erotische-Gedichte-Faro-V/dp/3732377326

Montag, 12. Dezember 2016

PSSST FRAU FÜR SICH


Die Badende


Im Badewasser eingebettet
schließt sie die Augen und den Tag.
Sie hat sich in ihr Reich gerettet
und weiß was sie vom Abend mag.

Vom Kreisen ihrer Fingerspitzen
errötet scheu das Knospenbraun.
Den Nervenenden, die dort schwitzen,
kann sie sich träumend anvertrau’n.

Gedanken wollen Szenen formen –
zur Leinwand spannt sich ihre Haut.
Sie führt Regie abseits der Normen
bis letztes Eis zu Tropfen taut.

Sie öffnet sich dem Hauptdarsteller,
den sie in ihre Tiefen führt.
Die Bilder stürmen – schnell – noch schneller
bis das Finale sie berührt.

Dem Badewasserbett entstiegen –
ruft aus dem Dunst der Spiegel: „Schau!
Bezeugen will ich – doch verschwiegen,
dass ich dich sah als ganze Frau.“


copyright Faro V.

Freitag, 25. November 2016

ROT



Hinter rotem Tuch


Du trittst mir heute Nacht entgegen
und trägst nur einen Hauch von Kleid.
Dein Körper lässt mich Wünsche hegen
im Zauber solcher Augenweid’.

Dein Antlitz doch hältst du verborgen
im Schatten eines roten Tuchs,
als sollten mich noch Zweifel sorgen
ob deines nächtlichen Besuchs.

Ich strecke wollend meine Hände
und greif’ nach deines Kleides Saum –
da wachsen unsichtbare Wände 
und schließen dich in ihren Raum.

Aus rotem Tuch sind leis’ zu hören 
die Worte, die du mir noch schenkst, 
eh’ sie dein Gehen stumm beschwören: 
„Ich bin nicht die, die du dir denkst ...“

copyright Faro V

Sonntag, 20. November 2016

AUS DER REIHE "SYMPATHIE"


Sympathie (1)



Vordergründig seichtes Wort,
Maskenlächeln, Umgangsformen,
regelfeste Alltagsnormen,
Wohlgefallen immerfort –
hochpräsent an jedem Ort.

Innerlich doch abgrundtief,
unverbindlich – ichbezogen,
Krummes für sich grad’ gebogen,
suhlend sich im eignen Mief –
Selbstwahrnehmung furchtbar schief.

Traust du solchen Geistern nie?
Sind dies für dich dumpfe Welten?
Ist’ s an Menschen, die dir gelten,
immer erst das Wer statt ’s Wie?
Ja? – Dann gilt dir Sympathie.


© Faro V.

Donnerstag, 3. November 2016

ABHEBEN



Höhenflug






Du ruhst noch schlafend auf dem Laken,
das nächtens nah du mit mir teilst.
Dein sinnlich’ Lächeln lässt mich wagen,
mit Streicheln deine Haut zu fragen,
in welchem Traummoment du weilst.

Dein Lippenschön kann es nicht sagen,

dein Seufzen will mir Antwort sein.
Du räkelst dich voll Wohlbehagen
und wo noch eben Zweifel lagen
entblößt sich mir dein nacktes Sein.

Du lässt dich in die Lüfte tragen
von meiner Hände Tun und Kraft
zu Gipfeln, die in Höhen ragen
wohin sich nur Vertraute wagen

im Rausch von Lust und Leidenschaft.
 

Du ruhst schon wach auf deinem Laken,
das dich durch deine Traumzeit trug,
als mir dein Mund auf meine Fragen
mit einem innig’ Kuss will sagen:
Ich träumte uns im Höhenflug.

 
© Faro V.
2.11.2016

Donnerstag, 27. Oktober 2016

WORTSPIELEREIEN


RätselhaftER


Ich reiche dir am Abendtisch
ein schwarzes Päckchen klitzeklein.
Du lächelst dankbar und fragst mich:
„Was wird denn wohl da drinnen sein?“

„Das werde ich dir doch nicht sagen,
nur ein paar Hilfen geb’ ich dir.
Ich weiß, du wirst ihn gerne tragen
und –  ER an dir –  gefällt auch mir.
Zur Hälfte schmal, zur Hälfte breit

trägt vorn’ ER ein paar Glitzersteine.
ER sitzt perfekt, wenn nicht zu weit
und ob ER passt, spürst du alleine.
Das Letzte, das ich dir verrat’
ist, dass ER liebt die Haut der Frauen
längs deren ihm vertrauten Naht. –
Jetzt rate und dann darfst du schauen.“

„Genug, genug – hab’ ihn erkannt.
Mein liebster Schatz, Dank für den Ring!“


Die Schachtel auf, fasst deine  Hand
den roten Hauch von einem ...


Faro V.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

GENUSSSSSS



Fruchtfleisch


Wenn meine Fingerspitzen dort verweilen,
wo sie dein Wünschen selbst hat hingeführt,
dann reift die Zeit für uns, die Frucht zu teilen
mit allem Feinstgefühl, dass ihr gebührt.

Mit zartem Streich auf ihrer prallen Fülle
– entlang der Furche der verborgnen Naht –
zerfällt errötend ihre Schalenhülle
ins Hälftenpaar, das Fruchtfleisch offenbart.

Uns will die tropfenschwere Süße schmecken,
die du aus jeder Zelle fließen lässt.
Das Fleisch zu fressen und den Saft zu lecken
ist unser beider Vollgenuss und Fest.

 
©
Faro V.